Künstlerischer Beitrag gegen die Annexion von Afrin



Am 1. Februar 2018 gründeten Menschen aus vielen Ecken der Welt in Bern die Plattform «Solidarität mit Afrin», um den Krieg in Afrin (kurdisch: Efrîn) zu stoppen und Rojava international anerkennen zu lassen. Wir sind von keiner Partei oder bestimmten Bewegung abhängig. Aber wir sind solidarisch und teilen wichtige Grundsätze der Bewegungen in Rojava: Die Gleichberechtigung von Mann und Frau, der verschiedenen Religionen und Volksgruppen.


Afrin liegt in der syrischen Provinz Aleppo im Bezirk Afrin, circa 65 Kilometer nordwestlich von Aleppo. Im Verlauf des Bürgerkriegs gab die syrische Regierung die Kontrolle über die Regionen an der Nordgrenze auf, welche vielerorts von lokalen kurdischen Kräften übernommen wurde. 2013 beschloss die "Partei der Demokratischen Union" (PYD) gemeinsam mit weiteren Kleinparteien im Norden Syriens eine Übergangsverwaltung aufzustellen. 2016 wurde die Demokratische Föderation Nordsyriens (Rojava) ausgerufen. Afrin ist einer von drei Kantonen von Rojava.


Da der Bezirk Afrin bis 2017 von kriegerischen Auseinandersetzung grösstenteils verschont blieb sowie aufgrund der Nähe zur Metropole Aleppo, haben sich zahlreiche Binnenflüchtlinge verschiedener Ethnien und Religionen in und um Afrin niedergelassen. Im Frühling 2017 waren in Afrin rund 300'000 Flüchtlinge registriert, dies bei einer Gesamtbevölkerung von nicht einmal einer halben Million.


Mitte Januar 2018 hat die Türkei den lange befürchteten Angriff auf die rund 2000 km² grosse Region Afrin gestartet. Zu den Bodentruppen der türkischen Armee gehören nicht nur die türkischen Soldaten - teils in deutschen Panzern -, sondern auch die mit ihr verbündeten islamistischen syrischen Milizen (u.a. ehemalige Al-Qaida und IS Kämpfer). Ohne Erlaubnis der Grossmächte wären die Angriffe nicht möglich gewesen. Am ersten Tag der türkischen Angriffe auf Afrin hatten sich russische Militärbeobachter aus der Region zurückgezogen.


Aus dem Nato-Kommando kam bislang kein Stopp-Signal, kein Einspruch, nicht einmal Kritik, nur Schweigen - dort wird unglaublich grosse Rücksicht auf das Nato-Mitgliedsland Türkei genommen. Auch aus der EU und der Schweiz ist nur wenig Kritik an der Invasion des Nato-Bündnispartners in Afrin zu hören. Zu gross ist offenbar die Angst, den türkischen Herrscher, der sich neuerdings in der Tradition der osmanischen Sultane sieht, zu verärgern. Erdogan droht seit langem und offensichtlich erfolgreich damit, die Grenzen für syrische und afghanische Kriegsflüchtlinge in Richtung Europa zu öffnen.


Mitte März wurde Afrin Belagert, massiv bombardiert und bis zu 300’000 Menschen sind wieder auf der Flucht. Am 18. März sind die mit der Türkei verbündeten Truppen in Afrin einmarschiert.


In den letzten Wochen hat es in verschiedenen Städten zahlreiche Protestaktionen gegen die völkerrechtswidrige Militärinvasion der Türkei in Afrin gegeben. Leider haben diese in der Berichterstattung der lokalen Medien kaum Beachtung gefunden - ausser es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Inhaltliche Aspekte wurden bis auf wenige Ausnahmen, vollständig Ignoriert. Auch bei breite Teile der Öffentlichkeit fand der Angriff kaum Beachtung. Das WBF (Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung) findet, es handle sich um einen internen bewaffneten Konflikt.


Aufgrund dessen erachten wir als zentral, möglichst viele Menschen auf die Situation aufmerksam zu machen. Ein Teil davon soll von DIR kommen - in Form von einem künstlerischen Beitrag, den wir in geeigneter Form verteilen werden - vorerst vorwiegend über Soziale Medien usw. - möglich sind z.B.:


Zeichnung / Gemälde / Hörspiel / Comics / Kurzfilm / Gedicht / Musik / Strassentheater usw.

Am Schluss sind wir froh, wenn wir von dir eine entsprechende Datei (Foto, Film, usw.) erhalten - Das ganze wird über die Kanäle der Plattform «Solidarität mit Afrin» verteilt. Allenfalls ist zu einem späteren Zeitpunkt auch eine Ausstellung denkbar. Die Zeit drängt - also lieber heute als morgen… Fragen: bitte melde dich per Mail - aktuelle Info’s findest du auf dieser Seite oder auf Facebook.


  • Aufruf als PDF


Solidarische Grüsse, Plattform «Solidarität mit Afrin!»

Aktuelle Einträge
Schlagwörter
Noch keine Tags.

© 2020 Rojava Komitee Bern

  • Facebook - Weiß, Kreis,